Rückblick Sonderveranstaltung

27.09.2021

Nach langer Corona-Pause gab es mal wieder eine Baumpflegetagung in Augsburg. Am 21. September fand die Sonderveranstaltung im Kongress am Park statt, dem Ort der Entstehung dieser Tagung. Auf Basis der behördlichen Auflagen konnten wir 49 Aussteller im Innen- und Außenbereich unterbringen. Der Saal hatte große Ähnlichkeiten mit dem in der Messe. Für die 270 Fachbesucher gab es keine Maskenpflicht im Saal. Die Teilnehmer haben sich wohl gefühlt und gefreut, endlich mal wieder Kollegen zu treffen.

Die Veranstaltung begann gleich mit einem vieldiskutierten Thema: Zum Umgang mit Efeu bei der Baumkontrolle aus rechtlicher und fachlicher Sicht. Den biologischen Teil übernahm Andreas Detter, den rechtlichen Teil Rainer Hilsberg, der per Videoschaltung an der Tagung teilnahm. Es war so organisiert, dass auch die Fragen der Teilnehmer von Herrn Hilsberg direkt beantwortet werden konnten. Es handelt sich um ein komplexes Thema und die vielen Fragen zeigten deutlich, dass die Kollegen in der Praxis verunsichert sind. Von den beiden Referenten findet sich eine schriftliche Ausarbeitung zu dem Thema im Jahrbuch der Baumpflege 2020.

Im weiteren Verlauf berichtete Dr. Axel Schneidewind über die Wurzelentwicklung von Containerbäumen und gab Empfehlungen für die Pflanzung. Professor Dujesiefken gab einen Überblick über aktuelle Veränderungen und Entwicklungen bei den Normen und Regelwerken zum Baumschutz auf Baustellen und Dr. Markus Streckenbach zeigte positive und negative Beispiele aus der Praxis. Die nachfolgenden Diskussionen zeigten eindrücklich den Bedarf an Fachinformationen zu diesem Thema.

Anschließend referierte Professor Roloff zum Thema „Trockenstress an Stadtbäumen“. Die Trockenjahre seit 2018 haben erhebliche Schäden an Bäumen verursacht. Viele Bäume sind abgestorben. Welche Baumarten kam man bei veränderten Klimabedingungen nachpflanzen? Haben einheimische Baumarten überhaupt noch eine Chance? Diese Fragen wurden diskutiert und es wurde darauf hingewiesen, dass dieses Thema im kommenden Jahr auf den Deutschen Baumpflegetagen einen Schwerpunkt bilden wird. Am Ende seines Vortrages brachte Andreas Roloff eine Holzart zum Klingen: er hatte ein Xylophon aus Robinienholz anfertigen lassen und spielte auf dem Instrument während auf der Leinwand Bilder von trockenresistenten Bäumen gezeigt wurden. Diese Performance wurde mit einem Riesenapplaus belohnt.

Zum Abschluss der Sonderveranstaltung standen nochmals Dirk Dujesiefken und Thomas Amtage gemeinsam auf der Bühne. Sie hatten durch den Tag geführt und gaben einen Ausblick auf die kommenden Veranstaltungen der Deutschen Baumpflegetage. Dirk Dujesiefken dankte zunächst Thomas Amtage für die hervorragende Zusammenarbeit in diesem Jahr, denn diese Sonderveranstaltung war die erste gemeinsam organisierte und durchgeführte Tagung in Augsburg. Seit diesem Jahr bilden beide eine Doppelspitze und sind gemeinsam Geschäftsführer der Deutschen Baumpflegetage. Für die kommenden Jahre setzen beide auf Kontinuität. Zugleich muss die Digitalisierung vorangebracht werden. Eines der Themen ist die Zuschaltung eines Referenten per Video. Mit dem Vortrag von Rainer Hilsberg auf dieser Tagung ist damit erfolgreich ein Anfang gemacht worden. Die Nutzung eines Buchungsportals für die Anmeldung als Teilnehmer ist eine weitere Entwicklung auf diesem Gebiet. Auch dies wurde bereits in diesem Jahr eingeführt. Auf der Fachbeiratssitzung am Tag vor der Sonderveranstaltung wurde zudem beschlossen, dass es während der Tagung zukünftig keine wissenschaftliche Posterausstellung mehr geben wird. Die Resonanz auf diese Art der Wissensvermittlung war in den letzten Jahren sehr gering. Anstelle von Postern soll es ab 2023 Kurzvorträge geben. Für diese Kurzvorträge kann man Themenvorschläge einreichen, und zwar bis Mitte Juni 2022. Der Fachbeirat wird anschließend über das Tagungsprogramm beraten. Angenommene Kurzvorträge werden im Jahrbuch der Baumpflege veröffentlicht.

Zusammenfassend kann man feststellen, dass die Sonderveranstaltung ein großer Erfolg war. Zum einen hat überhaupt mal wieder eine größere Tagung stattgefunden, zum anderen war diese Veranstaltung ein vielfältiger Testlauf für technische Neuerungen bei der Organisation und für die Vorträge. Das wertvollste aber war, dass nach Monaten von Kontaktbeschränkungen und Videokonferenzen Fachkollegen mal wieder zusammen waren und Gelegenheit hatten für einen intensiven Austausch.